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GELBE LANZE

Im Rahmen der Ausbildungssystematik des Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“, galt es zu Beginn des Jahres in einer gemischten Aufklärungskompanie zu üben

Nach Schaffung theoretischer Grundlagen durch Weiterbildungen am Standort und nach einem SIRA-Durchgang Ende 2016, war es nun das Ziel den Einsatz der verschiedenen Sensoren und einen Kompaniegefechtsstand praktisch im Rahmen einer freilaufenden Übung, in der Operationsart Verzögerung, zu beüben. 

Insgesamt war diese Übung in der Vorbereitung und Durchführung ein Novum für das Bataillon und es wurde schnell klar, dass eine freilaufende Übung unter der genannten Zielsetzung hohes planerisches Talent fordert. Beispielhaft ist hierfür der Personalansatz zu erwähnen, wo einer Übungstruppe (Gefechtstand und Aufklärungssensoren) von 95 Soldaten insgesamt 195 Soldaten als Leitungs- und Funktionspersonal gegenüber standen, welche eine reale Beübung garantierten. 

In klassischer Manier wurde die Rahmenlage OBSIDIA auf
Schleswig-Holstein übertragen und das Verzögerungsgefecht fand im Raum OSTHOLSTEIN, LÜBECK und BAD SEGEBERG statt. 

Während das Gefechtsstandpersonal die Lagekarte führte und sich in der ZIVA (Zelle Informationsverarbeitung und vertiefende Auswertung) der Kopf über das zukünftige Handeln der gegnerischen Akteure zerbrochen wurde, mussten die Aufklärungssensoren ihren Raum gewinnen und ihre Verstecke beziehen. Die feindliche Panzerbrigade wurde im Gefechtsstreifen erwartet und in den frühen Morgenstunden der ersten Nacht wurden die ersten Spähtrupps des Feindes identifiziert. 

Der Plan für die Aufklärung und der variable Ansatz der Aufklärungskräfte durch den Kompaniechef zahlten sich aus. Gegnerische Kräfte wurden zeitnah erkannt, identifiziert und gemeldet. Über einen Zeitraum von vier Tagen wurde der Kompaniegefechtsstand beübt, in dem reale Meldungen der Sensoren im Feld aufgenommen und verarbeitet wurden. Zusätzlich wurden weitere Informationen durch das Abrufen und vorab generierten Meldungen aus einem Drehbuch geboten, wodurch zu jeder Tages und Nachtzeit das Lagebild auf dem Gefechtsstand aufwuchs.

Die leichte Aufklärungskompanie ist mit der Vorbereitung und Durchführung dieser freilaufenden Übung beauftragt worden. Ein überschaubarer Zeitraum intensiver Vorbereitung von fünf Monaten hat viel von der Projektkompanie abverlangt. Dennoch wurden wichtige Erkenntnisse aus dieser Übung gewonnen. Durch das Auswerteteam, welches über den gesamten Übungszeitraum bei den Sensoren und auf dem Gefechtsstand eingegliedert war, wurden wichtige Lehren gezogen, Möglichkeiten zur weiteren Entwicklung der Standardverfahren identifiziert und kreative Strategien zur Lösung von Herausforderungen aufgenommen.

Insgesamt hat diese Übung den Sensormix, beziehungsweise das Zusammenwirken der verschiedenen Sensoren vorangetrieben und die Konzeption mit den damit verbundenen Arbeitsabläufen innerhalb der gemischten Aufklärungskompanie forciert. Auf Grundlage dieser praktischen Erfahrungen und Erkenntnissen kann das Bataillon optimistisch zukünftigen Einsatzverpflichtungen entgegenblicken, wenn sich Eutiner Soldaten nicht im Raum OSTOLSTEIN bewegen, sondern fernab in einem Auslandseinsatz operieren.

H SPERLING

Ausnutzen des Geländes - Radar, wo sonst Touristen sind
Gut getarnt erwarten die Soldaten die feindlichen Spähtrupps
Ohne Technik geht nichts mehr

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