Im Norden sagt man: Schüss

Militärpfarrer Jan-Dirk Weihmann verlässt Eutin nach über 9 Jahren. Bevor wir schüss sagten, haben wir ihn noch einmal getroffen. 

Kameradschaft

Wie lange waren Sie in Eutin und wie sind sie dorthin gekommen?

Weihmann

Ich habe den Standort Eutin seit 2008 „aus der Ferne“ betreut, als mein Dienstsitz noch in Boostedt war. Seit 2015 habe ich mein Büro hier in Eutin.

In die Militärseelsorge bin ich gekommen, weil mich diese besondere Arbeit schon immer fasziniert hat und weil ich als Kind eines Soldaten und engagierten Christen gute Einblicke in den besonderen Wert der Militärseelsorge hatte.

Kameradschaft

Warum verlassen Sie Eutin? Wo geht es hin?
Was machen Sie dort?

Weihmann

Dafür gibt es viele Gründe. Zunächst einmal hat das familiäre Gründe. Drei unserer vier Kinder stehen ohnehin vor dem Schulwechsel oder der nächsten Lebensphase, so dass wir glauben, ihnen in diesem Jahr einen halbwegs problemlosen Wechsel ermöglichen zu können. Hinsichtlich meiner eigenen beruflichen Perspektiven ist es die richtige Zeit – Ich stehe vom Lebensalter und der Berufserfahrung her ungefähr „auf halber Strecke“. Deswegen erscheint es sinnvoll, jetzt etwas Neues zu beginnen.

Ich werde zum 01. August 2017 die Pfarrstelle in der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Hohne übernehmen. Hohne ist ein kleiner Ort in der südlichen Lüneburger Heide zwischen Celle und Gifhorn. Dort werde ich „klassischer“ Gemeindepfarrer, feiere Gottesdienste, unterrichte Konfirmanden, taufe, traue und beerdige. Das eine oder andere Schützen-, Dorf- oder Feuerwehrfest werde ich natürlich auch besuchen.

Kameradschaft

Was ist das Besondere daran, ein Militärpfarrer zu sein?

Weihmann

Kirche und Staat in der Bundesrepublik Deutschland räumen den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr das – weltweit einmalige! – Privileg ein, Seelsorgerinnen und Seelsorger an der Seite zu haben, die durchgehend und mit großer Dichte „da“ sind, ansprechbar und gleichzeitig mit kritischer Distanz. Als Militärpfarrer war ich immer unabhängig von militärischen Hierarchien und konnte mich beratend und hinterfragend in Prozesse einbringen und so für die mir anvertrauten Menschen sorgen.

Kameradschaft

Das schwierigste Erlebnis?

Weihmann

Kinder zu beerdigen oder junge Menschen, die durch Suizid aus dem Leben gegangen sind, ist herausfordernd.

Kameradschaft

Das schwierigste Erlebnis?

Weihmann

Kinder zu beerdigen oder junge Menschen, die durch Suizid aus dem Leben gegangen sind, ist herausfordernd.

 
 

Feldgottesdienst in Bergen
Feldgottesdienst in Bergen

Kameradschaft

Die schönsten Momente?

Weihmann

(lacht) Bekomme ich eine eigene Sonderausgabe? Aber im Ernst: Das würde eine lange Liste werden. Nur einige wenige Stichworte:
Die Taufe eines Soldaten am Eutiner See; der Gelöbnisgottesdienst mit Musik von Jan Delay und Udo Lindenberg. Das Krippenspiel in Kabul zu Weihnachten 2011 im Auslandseinsatz. Der letzte Feldgottesdienst im Lager Hörsten. Rüstzeiten in Prag. Und gefühlt tausend kleine und große Momente, wo ich ganz sicher war, dass jemand „ganz oben“ seine helfende Hand im Spiel hatte…

Kameradschaft

Was war das für Sie persönlich wichtigste Erlebnis in Eutin?

Weihmann

Zu erleben, wie meine Pfarrhelferin Angelika Urfels und ich während des Umzuges der Dienststelle unterstützt und danach mit großer Herzlichkeit aufgenommen wurden.

Kameradschaft

An wen erinnern Sie sich gerne?

Weihmann

Ich werde mich an Sie und euch alle immer gerne und mit
Dankbarkeit erinnern!

Kameradschaft

An wen Nicht? ;-)

Weihmann

Das weiß die betreffende Person sehr genau…

Kameradschaft

Was wünschen Sie ihrer Nachfolgerin und dem Bataillon?

Weihmann

Ich wünsche meiner Nachfolgerin Dorothea Brand von Herzen Gottes Segen, Geduld und dass die Liebe zur Arbeit unter Soldatinnen und Soldaten, die sie in Munster und Lüneburg gezeigt hat, mit jedem Tag noch größer wird.

Den Soldatinnen und Soldaten des Bataillons wünsche ich eine höhere Führung, die sie ernst nimmt, eine verlässliche Kameradschaft und das Wissen, dass es immer jemanden geben wird, der auf sie aufpasst. Dieser „Jemand“ hat viele Namen…

Kameradschaft

Möchten Sie uns noch etwas erzählen, wonach wir nicht gefragt haben?

Weihmann

Ich bin dankbar, für das, was ich erleben durfte. Ich bin dankbar, dass ich lernen durfte. Ich bin dankbar, dass ich ein Teil des Teams sein durfte.

Kameradschaft

Wir sind dankbar, dass Sie für die Kameraden da waren, bedanken uns für die gemeinsame Zeit, dieses Gespräch und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute.

Für die Kameradschaft AufklBtl 6 "HOLSTEIN"

SF Schmidtke

 
 
 
JSN Sky template designed by JoomlaShine.com