4. Kompanie

PERSISTENT PRESENCE

Die jüngere Geschichte zeigte uns, dass Spannungsfälle in Europa nicht der Vergangenheit angehören

Russlands Annektierung der Krim und der andauernde Konflikt mit der Ukraine führte gerade bei unseren östlichen Nachbarn zu erhöhter Alarmbereitschaft. Dies nahm die NATO zum Anlass sogenannte „Assurance Measures“ (Rückversicherungsmaßnahmen) zu etablieren. Diese sollen die Zusammengehörigkeit innerhalb des Verteidigungsbündnisses verdeutlichen. Weiterhin ermöglichen sie im Ernstfall ein rasches Eingreifen von NATO-Truppen, da diese schon im bedrohten Staat stationiert sind. 

Konkrete Form nahmen diese Maßnahmen im Rahmen einer internationalen Übungsserie an. So fanden streitkräftegemeinsame Übungen in Litauen und Polen statt, um das Zusammenspiel der Streitkräfte der verschiedenen Länder zu üben und zu festigen. Eine dieser Übungen war „Persistent Presence“. Die Übung umfasste das vierte Quartal 2016. In ihr traten die polnische 10. Armored Tank Brigade und die deutsche Panzergrenadierbrigade 41 zusammen, um gemeinsame Standards zu setzen und Abläufe anzugleichen. Raum für diese Übung bot der Hausübungsplatz unserer polnischen Bündnispartner in ZAGAN, knapp 40km hinter der Grenze auf der Höhe von COTTBUS. Dort bezogen die deutschen Teile das Feldlager KARLIKI, ein Containerdorf das ca. 500 Soldaten eine Unterkunft bot. 

Der KZO Zug der 4. Kompanie des Aufklärungsbataillon 6 „HOLSTEIN“ hatte in diesem Zusammenhang den Auftrag während der ersten beiden Kontingente (01.10.-30.11.2016)  mit Aufklärungsergebnissen zu unterstützen. Besonders gefordert war der KZO Zug in den jeweils einwöchigen Übungen BORSUK und SERVAL, welche in den verschiedenen Kontingenten den Ausbildungshöhepunkt bildeten. 

In den gesamten 8 Wochen Persistent Presence stellten wir fest,  dass unsere östlichen Nachbarn geographisch gesehen nur einen Katzensprung, in ihrer Mentalität jedoch Welten entfernt liegen. So mussten sich die deutschen Teile auf die ungewohnt spontane Arbeitsweise der Gastgebernation einlassen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten wurde die Zusammenarbeit der beiden Streitkräfte jedoch zunehmend besser. Nicht zuletzt konnten sich auch deutsche Soldaten ein gewisses Maß an Improvisationsfähigkeiten und Gelassenheit abschauen. 

Der KZO Zug bestand in diesem ungewohnten Umfeld und konnte die Brigade mit den geforderten Aufklärungsergebnissen in Form von Luftbildern versorgen. 

Außerdem ging der Zug noch einen Schritt weiter und wurde teilweise von polnischer Seite aus taktisch geführt. Meldeformate, Übertragungswege und Sprachbarrieren waren nur einige der Hindernisse die es zu überwinden galt. Mit einem der polnischen Sprache mächtigen Stabsunteroffizier, einer Menge Geduld,
engagierten Soldaten und einem gewissen Schuss „Abgebrühtheit“ bewältigte der Zug auch diese Aufgabe erfolgreich. 

Am Ende der Übung war von den anfänglichen Schwierigkeiten kaum noch etwas geblieben. Verständigungsprobleme waren weitestgehend ausgeräumt und Ansprechpartner in verschiedenen Belangen bekannt. Für den KZO Zug war es eine lehrreiche und fordernde Aufgabe, die das Ziel, die Nationen im Zusammenspiel zu beüben, voll und ganz erreicht hat. Es liegt auf der Hand, dass wir uns auf diesem Stand nicht ausruhen können und weitere Übungen dieser Art sind geplant, doch ich bin stolz auf das, was der Zug in dieser Übung gezeigt hat. Sollte KZO wieder in die Pflicht genommen werden, weiß ich, dass wir uns jeder gestellten Aufgabe annehmen und diese erfüllen können.

OL Laurisch

Persistent Presence
Containerdorf im Feldlager KARLIKI
Start der Aufklärungsdrohne KZO

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