1. Kompanie

Zwischen Bujendorf und Straßburg

Wie in den vergangenen Jahren durfte die 1./AufklBtl 6 nach freundlichen Einladungen des Geselligen Vereins in Bujendorf wieder an den Vereinsveranstaltungen teilnehmen.

Wie in den vergangenen Jahren durfte die 1./AufklBtl 6 nach freundlichen Einladungen des Geselligen Vereins in Bujendorf wieder an den Vereinsveranstaltungen
teilnehmen.

So waren dies zum einen das allseits beliebte Vorderlader-Schießen, bei dem die beiden Schießmannschaften der Ersten noch einiges an Steigerungspotenzial zeigten und ein Podestplatz leider verpasst wurde.

Immer wieder ein freudiges Ereignis ist die Teilnahme am Schützenfest in Bujendorf. 

Nach der ersten kleinen Runde Marschieren zum Königsfrühstück schloss sich der Festumzug durch die Gemeinde an, an dem die Kompanie wieder mit einer Formation teilnehmen durfte. 

Nach dem freundlichen Empfang in jeder Straße ging es an das Vogelschießen.  Der Kompaniechef konnte hierbei nicht mit Zielgenauigkeit glänzen, aber der Spaß war bei allen Teilnehmern gegeben. Am Ende des Schießens wurde bei letztem Büchsenlicht Manni der II. als neuer König ermittelt. 

Wie immer war es eine schöne Veranstaltung und die Kompanie freut sich bereits auf die nächste gemeinsame Aktivität.

Am 18.09.2017 um 07.45 Uhr war es soweit, der Bus rollte und die 1./6 fuhr mit 18 Soldaten nach Straßburg zur politischen Bildung, die mit dem Ziel versehen war, dass heutige Europa als Friedensprojekt vor dem Hintergrund der bitteren Erfahrungen zweier Weltkriege zu ergründen.

Nach einer 10 stündigen Fahrt erreichten wir unser Ziel „Eurocorps“ und konnten nach leichten Verständigungsproblemen an der Wache direkt die Stuben beziehen.  Beim Betreten der ersten Stube gab es bei einigen Kameraden leicht verdutzte Blicke, denn der Einrichtungsstandard der französischen Streitkräfte orientiert sich eher am infrastrukturellen Stand in der Rettberg-Kaserne, denn am Bundeswehr-Standard Stube 2000! Zehn Betten in einem Raum, ein kleiner Spind und ein Laken als Decke mit der Möglichkeit das Ganze mit einer Steppdecke zu erweitern. 

Nach einem kleinen französischen Frühstück am nächsten Morgen in der Truppenküche, ging es Dienstag früh, zu unserem ersten Programmpunkt, dem Besuch des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Hier wurde nach einem kurzen Einführungsfilm durch eine österreichische Referentin die Arbeit dieser Institution vorgestellt. Beeindruckend waren der zu leistende Aufgabenbereich und die Fülle an Beschwerden die jährlich eintreffen und bearbeitet werden müssen.

Am Nachmittag folgten zunächst eine Stadtrundfahrt mit dem Bus, anschließend eine Besichtigung durch Straßburg zu Fuß. Unsere Stadtführerin vermittelte mit Ihren Kenntnissen eindrucksvoll die wechselvolle Geschichte des Elsass im Allgemeinen und der Stadt im Besonderen.

Am Mittwochvormittag erfolgte zunächst  der Besuch des Louise-Weiss-Gebäudes, dem Tagungsgebäude des Europäischen Parlaments, welches von 1994 – 1999 gebaut wurde.
Einmal im Monat treffen sich hier die Europaparlamentarier und debattieren über Richtlinien sowie Gesetzesentwürfe. Hier wurden wir zunächst durch das imposante Gebäude geführt, welches auch architektonisch den Prozess des nicht beendeten Projekts „Europa“ zum Ausdruck bringt. Die Vorführung im eigenen 360 Grad Informationskino verdeutlichte die Arbeit im Europäischen Parlament.  Der kurze Besuch auf der Zuhörertribüne ermöglichte einen Einblick in die Größe und Akustik des gesamten Plenarsaals.

Nach einer kurzen Mittagspause ging es mit dem Bus weiter nach Hunspach zur Maginot-Linie, einem aus Bunkern bestehendem Verteidigungssystem aus den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts, entlang der deutsch-französischen Grenze, das sich insgesamt auf einer Länge von etwa 200 Kilometern erstreckt. Die unterirdischen Bunkeranlagen waren auf dem damalig neuesten Stand der Technik ausgerüstet und Beton gewordenes Zeugnis des Misstrauens gegenüber dem Nachbarn im Osten.

Am letzten Tag der politischen Bildungsfahrt war unser Ziel die Gedenkstätte am Hartmannswillerkopf. Das weite Feld des Soldatenfriedhofs am Beginn der Führung zeigte die mögliche Konsequenz des Soldatenberufs noch einmal sehr deutlich. Die folgende Führung durch die zum Teil noch erhaltenen Stellungen und Laufgräben aus dem Ersten Weltkrieg machten es jedem Teilnehmer möglich, einen Eindruck davon zu gewinnen, was ein Stellungskrieg bedeutet. Das warme Wetter und der Sonnenschein ließen dabei alles sogar noch viel zu freundlich erscheinen.

Nach einer zermürbend langen Busfahrt erreichten alle wieder die heimischen ostholsteinischen Gefilde, mit einem besseren Verständnis, warum ein verbesserungsfähiges europäisches Projekt immer besser ist, als die militärische Konfrontation von Nationalstaaten.

Hptm Schmuck

Vorderladerschießen in Bujendorf
Gruppenfoto im Europäischen Parlament
Bunkeranlage in Hunspach
1 Kompanie

Zum aktuellen Blättermagazin

JSN Sky template designed by JoomlaShine.com